Grosse Nachfrage, wenig Angebot

Ein Kommentar von Rafa Tajouri

Foto: Michael Bader/Unsplash

Das Zusammenspiel von Nachfrage und Angebot ist ein eisernes Grundprinzip wirtschaftlichen Treibens, welches sich nicht durch politisches Wunschdenken ausser Kraft setzen lässt. Während wir eine strukturell starke Nachfrage nach Wohnraum erleben, wesentlich getrieben durch die enorme Zuwanderung aus der EU, wird das Angebot durch verschiedene staatlichen Massnahmen reduziert und verteuert. Nebst einer allgemeinen Verteuerung der Bauprojekte führt der regulatorische Wahnsinn dazu, dass „kleinere“ private Bauherren, welche oft günstigen Wohnraum zur Verfügung stellten, nun immer öfter das Handtuch werfen und grossen Bauherren das Feld überlassen müssen.

Da die aktuelle Wohnungsknappheit in erster Linie staatlich verursacht ist, macht es auch Sinn, den Hebel bei diesen staatlichen Eingriffen anzusetzen. Für Dübendorf bedeutet dies, dass die Neugestaltung der BZO genutzt werden muss, um mehr Verdichtung an zentralen Lagen zu ermöglichen und das staatliche Mikromanagement maximal zu reduzieren. Dieser Lösungsansatz eignet sich zwar nicht für die politische Stimmungsmache, im Gegensatz zum Fordern von immer mehr staatlichen Eingriffen und Subventionen, aber dafür ist er zielführender. Nebst einer sinnvollen Verdichtung sowie dem Abbau von unnötigen Vorschriften sollte die neue BZO auch Anreize setzen zum Erstellen von günstigem Wohnraum, zum Beispiel durch zusätzliche Ausnutzungsprozente. Wir dürfen gespannt sein auf die Vorlage des Stadtrates; eines ist aber klar: die neue BZO muss diesbezüglich ein Volltreffer sein.

In der Zwischenzeit gilt es, den Sirenenrufen nach noch mehr staatlichen Interventionen zu widerstehen. Wenn staatliche Immobilienspekulation und das Erstellen von subventioniertem Wohnraum wirklich die ideale Lösung wären, wieso ziehen dann immer mehr Personen aus Zürich nach Dübendorf und in die Agglomeration als umgekehrt? Die Antwort ist ganz einfach: die links-grüne Wohnbaupolitik der Stadt Zürich ist krachend gescheitert - ausser für die Glücklichen, welche – ob darauf angewiesen oder nicht - zum Handkuss einer städtisch subventionierten Wohnung kommen. Übrigens sind Wohnungen privater Baugenossenschaften, die das Land von der Stadt für einen unter Marktpreis liegenden Baurechtszins erhalten, ebenfalls staatlich subventioniert, auch wenn die entsprechende Lobby das Gegenteil behauptet.