FDP.Die Liberalen
Dübendorf
Ortspartei Dübendorf
09.11.2020

Ja zur Weiterentwicklung der Tagesstrukturen, Nein zur Gratis-Tagesschule

Die FDP Dübendorf unterstützt einstimmig die bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Tagesstrukturen und lehnt die linke Volksinitiative für eine kostenloste Tagesschulen klar als zu teuer und kaum Mehrwert stiftend ab.

Die FDP befürwortet die Erweiterung der Tagesstrukturen der Primarschule Dübendorf. Tagesstrukturen ermöglichen Eltern, vermehrt beruflich tätig zu sein. Aufgrund ihrer Modularität erlauben sie eine flexible Betreuung der Kinder am Mittag und an Randstunden und orientieren sich am Bedarf der Kinder und Eltern. Solche Gefässe helfen Kindern, ihre Selbst- und Sozialkompetenzen weiter zu entwickeln. Seit 2009 werden unter einem Kreditdach von rund 2 Millionen Franken pro Jahr an verschiedenen Schulstandorten modulweise buchbare Hort- und Mittagstischplätze angeboten. Die Nachfrage ist seither kontinuierlich gestiegen und hat nun das Kreditdach und damit die Kapazitätsgrenze erreicht.

«Angesichts des steigenden Anteils der Schulkinder, die dieses Angebot nutzen, wie auch der wachsenden Schülerzahlen in Dübendorf erkennt die FDP den Handlungsbedarf», meint Stefan Angliker, Präsident der FDP Dübendorf. Mit der Erhöhung des Kreditdachs auf 5 Millionen Franken soll der Ausbau der Tagesstrukturkapazitäten bis ins Jahr 2030 ausreichen. Die Nettokosten für die öffentliche Hand liegen aber wesentlich tiefer, denn der Kostendeckungsgrad muss bei mindestens 66% liegen. Schliesslich werden mit der Abstimmungsvorlage eine Reihe von Verbesserungen geschaffen und die Tagesstrukturen neu in allen acht Schuleinheiten angeboten. Aus Sicht der FDP ist die Weiterentwicklung der Tagesstrukturen bedarfsorientiert, flexibel, verursachergerecht und freiheitsfördernd.

Die FDP lehnt die Volksinitiative für eine Gratis-Tagesschule klar ab.
Die Initiative klingt verlockend, ist aber im Gegensatz zum Tagesstrukturmodell massiv teurer und macht bei einer Annahme einen erheblichen Ausbau unserer Schulinfrastruktur notwendig. Zudem ist die Gratis-Tagesschule eine massive Subventionierung aller – auch von jenen, die es nicht nötig haben – nach dem Giesskannenprinzip. Damit wird ein grosser Nachfrageüberhang geschaffen («Warum soll ich es nicht beanspruchen, wenn es für mich gratis ist?»), was ein unverhältnismässig teures Angebot erzwingt. Die jährlichen Mehrkosten dürften dabei aufgrund von Erfahrungswerten um ein Mehrfaches höher sein als die im Abstimmungsbroschüre geschätzten 200’000-400'000 Franken.

Aus Sicht der FDP muss das Verursacherprinzip, ähnlich wie im heutigen Tagesstrukturmodell, gewährleistet sein, damit das Angebot finanzierbar und an den tatsächlichen Bedürfnissen orientiert ist. Dies ist beim linken Vorschlag einer kostenlosen Tagesschule nicht der Fall. Zudem würde ein Tagesschulmodell auch massive infrastrukturelle Ausbauten benötigen. Dies in einer Zeit, in der aufgrund der steigenden Schülerzahlen sowieso schon mit Bauprojekten der Primarschule in dreistelliger Millionenhöhe in den nächsten Jahren zu rechnen ist. Die Stadt Dübendorf kann sich schlicht nicht alles gleichzeitig leisten!

Das Tagesschulmodell schränkt gegenüber den modularen Tagesstrukturen definitionsgemäss die Freiheiten und Wahlmöglichkeiten der Familien stärker ein und ist «verschulter». Die FDP ist stattdessen der Ansicht, dass Schulkinder neben dem schulischen Unterricht in der Betreuung mehr Freiheiten und Freiraum haben sollen statt weniger. Schliesslich stehen den möglichen pädagogischen Vorteilen von Tagesschulen auch Nachteile gegenüber. Der Initiativtext ist jedoch so widersprüchlich formuliert, dass nicht klar ist, ob die typischen Vorteile von Tagesschulen überhaupt realisiert werden könnten.

Die Initiative würde für viel Geld das Angebot aufblähen, schafft aber wenig Mehrwert zu den Tagesstrukturen und ist deshalb klar abzulehnen.